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Dienstag, 20. November 2012

Kants Pflichtenethik

Immanuel Kant ist in seiner "Grundlegung zu einer Metaphysik der Sitten" auf der Suche nach allgemeingültigen moralischen Gesetzen - um diese zu finden, orientiert er sich an der Vernunft, da diese seiner Meinung nach das einzige ist, was alle Menschen logisch nachvollziehen und woran sie sich verbindlich halten können.

Kant setzt beim Willen an, da dieser die Grundlage aller Handlungen und deren Folgen ist und allein wirklich und uneingeschränkt in der Welt gut sein kann. Handlungen und Folge sind immer nur eingeschränkt gut, da sie immer in der Realität schlecht werden können (Bsp.: Bio-Benzin, dessen Herstellung in armen Ländern Ackerflächen belegt).

Das grundlegende und wichtigste Sittengesetz, das a priori und immer gültig ist, lautet: „Handle nur nach derjenigen Maxime, von der du wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz wird“.

 Der kategorische Imperativ beschäftigt sich also nicht mit Handlungen und Folgen, sondern mit Maximen, dem Prinzip des Willens, und überprüft diese darauf, ob sie verallgemeinerungsfähig sind.

Diese erweist sich erst dann als richtig, wenn sie keinen logischen Selbstwiderspruch beinhaltet, also sich nicht durch einen in der Maxime enthaltenen Widerspruch "selbst zerstört".

Der kategorische Imperativ beschreibt ein konkretes Testverfahren, mit dessen Hilfe man die Moralität von Handlungen prüfen kann:

(1) Man stellt eine möglichst präzise Maxime auf, die die Handlung und ihre Implikationen genau wiedergibt.

(2) Man überlegt, ob man widerspruchsfrei wollen kann, dass diese Maxime zu allgemeinen Gesetz wird.

(3) Nach Kant funktioniert das nur, wenn die Maxime moralisch ist, ansonsten ergibt sich ein logischer Selbstwiderspruch.

Mittwoch, 7. November 2012

Wulffs Anruf bei der Bild

Zunächst nach Kant: Wenn man den kategorischen Imperativ anwendet, stößt man auf einen logischen Selbstwiderspruch in der Maxime "Alle einflussreichen Politiker, insbesondere Bundespräsidenten, müssen im Sinne einer Verhinderung einer wahren, aber ihnen selbst, sowohl persönlich als auch beruflich schädigenden, negativen Berichterstattung über eine Handlung und Fehltritte, den Medien drohen."

Der Selbstwiderspruch besteht dann in Folgendem:

Amt des Bundespräsidenten                               < -- >              Manipulation der Medien
(vertrauenswürdig, vermittelt Sicherheit,..)                                  (Drohung, Anti-Vorbild)

=> Der kategorische Imperativ zeigt, dass die Handlung moralisch nicht vertretbar ist.


Das gesamte Kalkül nach Bentham:

Legende:

C.W.: Christian Wulff
B.:      BILD-Zeitung
V.:      Volk
P.:       Politiker











von Helena und Mara

Unvollständige Aussage vor dem Landtag - nach Kant

1) Maxime: Man gibt als Politiker nur das zu, wonach man gefragt wird.

2) Verallgemeinerung: Trotz der moralischen Verwerflichkeit der Handlung, ergibt sich hier doch kein Selbstwiderspruch.

3) Damit ist es eine moralische Handlung.

Dienstag, 6. November 2012

Wulffs Kreditaffäre mit Kant betrachtet

Test mit kategorischem Imperativ

1) Maxime: ,, Jeder Mensch sollte einen billigeren Kredit erhalten“

2) Diese Maxime wird durch den logischen Selbstwiderspruch "zerstört", denn wenn jeder Mensch einen billigeren Kredit erhalten würde, dann gäbe es diesen gar nicht. Denn wenn etwas billiger sein soll, muss auch etwas "normal" teuer sein. Dies widerspricht sich, da ja alle Kredite billiger sein sollen!

3) Durch diesen Widerspruch entpuppt sich Wulffs Maxime als nicht moralisch, die Handlung war also falsch.

Montag, 5. November 2012

Wulffs Falschaussage vor dem Landtag - mit Bentham













Hier gibt es eine Beschreibung des Falles.


Zunächst für Christian Wulff selbst:

a) Intensität der Freude dürfte nicht so groß gewesen sein.
b) Dauer der Freude war mit ein paar Jahren schon recht lang, aber nicht lang genug.
c) Gewissheit der Freude war groß, da er nur auf die Frage antworten musste, die ihm gestellt worden war.
d) Nähe war ebenfalls groß, da er unmittelbar betroffen war.
e) Folgenträchtigkeit scheint kritischer Punkt, denn dass aus der Lüge noch mehr Freuden erwachsen, scheint unmöglich (Wulff ist erpressbar, er kann keine Kredite mehr in Anspruch nehmen, usw".
f) Reinheit fehlt völlig, da es jederzeit sein kann, dass die Wahrheit ans Licht kommt.

Die Bilanz ist für ihn selbst also höchstens ausgeglichen.


Wichtig ist aber auch, dies für alle anderen Beteiligten zu "rechnen" - dabei ergibt sich für die Familie, die niedersächsische und die bundesdeutsche Bevölkerung jeweils mehr Leid als Freude, weswegen die Handlung insgesamt zu unterlassen wäre.